(8/10)Das Remake des Klassikers aus 1978 dauert 100 Min. ANA ist Krankenschwester. In dem Krankenhaus wo sie arbeitet, wird ein Mann eingeliefert, der von einem anderen Mann gebissen wird. Während Ihre Schicht zu Ende ist, wird der Mann noch untersucht, und sie fährt in Ihr kleinbürgerliches Leben, in einer Kleinstadt zurück. Ihre Tochter VIVIAN übt Rollschuhfahren, Ihr Mann ist in der Arbeit.
Am nächsten Morgen, 06:37, Ihr Mann wird aufgeweckt, VIVIAN steht vor der Türe, ruhig, keine Bewegung zu sehen. Er wundert sich, und als er zu Ihr hingeht, nachzusehen ob sie ein Problem hat, sieht er sie, blutverschmiert stürzt sie sich auf ihn, beißt ihn in den Hals. ANA wacht auf, VIVIAN flüchtet, ANA kann sich noch retten, denn Ihr Mann der gerade starb steht kurz darauf später wieder auf um sie zu töten. Die Flucht gelingt Ihr knapp und sie versucht mit dem Auto wegzufahren, doch nach einiger Zeit hat sie einen Unfall den sie verletzt überlebt.
Gefunden wird sie vom Polizisten KENNETH ( Ving Rhames ) der ebenfalls auf der Flucht ist, der nach Camp Pastor will einer Art Zufluchtstätte. Denn das was hier abgeht, ist nichts anderes als eine Art Virus, der Menschen zu lebenden Toten macht. ANA schließt sich KENNETH an, und sie treffen auf ANDRE ( Mekhi Phifer ) mit seiner schwangeren russischen Frau LUDA, und MICHAEL, die gerade von der Stadt kommen und ebenfalls auf der Flucht sind. Zu fünft versuchen sie Hilfe zu finden, und kommen zu einem Einkaufszentrum. Crossroads Mall. Sie schaffen es gerade sich zu verbarrikadieren als sie dem nächsten Problem gegenüber stehen.
Drei Sicherheitswachbeamte, CJ, ein durchgeknallter Irrer, der sie einsperren möchte, BART und TERRY, die mit gezogenen Waffen dastehen, und sie nicht im Einkaufszentrum Zuflucht finden lassen wollen. Nach einigen Differenzen versuchen sie gemeinsam diesem Problem gegenüberzustehen.
Nach kurzer Zeit kommt ein Truck auf das Einkaufszentrum zugerast. Wäre ANA und MICHAEL nicht gewesen, CJ hätte sie nicht rein gelassen. FRANK ( Matt Frewer ) mit seiner Tochter MONIKA, der gebissen wurde. ANA findet heraus, das es ein Virus ist der sich leicht weiterverbreitet. Wer gebissen wird, wird selber zu einem dieser Kreaturen. NORMA, die Fahrerin des Lkw´s war dafür verantwortlich das sie 6 Menschen gerettet hat. Ihr Lebensgefährte TUCKER selbst verletzt, wäre fast erschossen worden, weil er verletzt ist, doch er war nicht gebissen.
ANA kann KENNETH noch gerade aufhalten, als er nach Camp Pastor fahren möchte, um seinen Bruder zu besuchen. STEVE hat ihm nämlich erzählt, das alle dort tot sind.
So mehr verrate ich nicht. Der Film ist eigentlich mehr ein eigenständiger Film denn ein Remake. Der Regisseur muss ich sagen, hat hier ganze Arbeit geleistet.
Vorweg gleich mal das negative:
Die Story ist etwas einfach, aber das ist bei einem Horrorfilm oft so. Was mich auch gestört hat, er hat viel zu wenig Beziehungsgeschichte gehabt. In dem Film war ne Menge an Action zu sehen, aber so wie im Original von 1978, von George A. Romero, wo man viel mehr Zwischenmenschliche Beziehungen gesehen hat, ist der Film weit entfernt. Es waren auch einige Explosionen im Film, die zwar sehr gut gepasst haben, aber etwas sehr übertrieben waren, und viel zu künstlich gewirkt haben. Die Dialoge waren oft einfach. Der Mittelteil war etwas schwach, als man versucht hat die Akteure einfach aufeinander loszulassen, mit dem Ziel zu sehen, was machen Menschen in so einer Situation. Störend fand ich die grässliche Metalähnliche Musik und ein schlecht gewählter Countrysong von Johnny Cash, der etwas verstörend wie ein Sprechgesang wirkt, wo er in einer Art Sprache aus dem Alten Testament vom Jüngsten Gericht sing. Dann noch einige viel zu schnelle Bilderabfolgen, und viele kreischende Geräusche, die etwas zu laut und übertrieben waren, bei Kampfhandlungen. Die Lebenden verwandeln sich sehr schnell in Zombies. Aber nur Anfangs, denn etwas später sterben die Akteure, und man merkt das alles langsamer vor sich geht
Jetzt das Positive:
Der Film hat ne Menge Action, und war damals das Original etwas langweilig, war dieser Film spannend, hatte Action satt, und hatte gute Aufnahmen. Auch waren nicht so viele hässliche übertriebene Madenverseuchte Leichen zu sehen wie in einigen alten Zombiefilmen aus Italien oder Spanien. Ungefähr 10 x habe ich einen halben Herzinfarkt bekommen, weil der Film irre spannend war. Zu Beginn hat er schon eine schaurig mystische Stimmung aufgebaut, die er teilweise sogar halten konnte. Gut war auch das man nicht so viele Kopfschüsse sah, zum Selbstzweck, sondern rein zum Filmischen Zweck. Glücklicherweise keine kreischenden unnütz herumstehenden, dauernd ausgebluteten Teenies, oder sonstige Jungfrauschlampen die mit allen möglichen Typen schlafen, und draufkommen das irgendwer ein Kettensägenmassakrierender Mörder mit 50 cm Penis ist.
Die Welle der Horrorfilme die als Remake wieder ins Kino kommen reißt nicht ab, und seitdem Klassiker wie Texas Chainsaw Massacre neu verfilmt wurden, war es klar das dieser Klassiker nicht lange auf sich warten ließ. Wer weiß was noch kommen will. Der Film ist wie eine Fahrt auf einer Hochschaubahn, wo man sich fühlt, als würde man 33 Loopings machen. Dauernd geht es zur Sache, von Anfang an ist es schon wild hergegangen, und bis zum Mittelteil hat der Film gut durchgehalten, und ganz zum Schluss wieder gut weitergeschreckt. Die Schauspieler können recht gut überzeugen, und spielen Ihre Parts nicht übel. Auch wenn man sich mehr gewunschen hätte.
In dem Film wird es nie unfreiwillig komisch oder irgendwie blöd lustig. Auch sieht man die ganze Zeit keine Hollywoodverkitschte Möchtegernkomödie, sondern einen wirklich guten Action Horrorfilm. Es sind zwar ganz wenige Kichersequenzen drinnen, aber die hat man schnell vergessen, wirken aber gut zu dem eben gesehenen. Auch im Gorebereich ist der Film klasse, und kann sich hinter seinem Original ruhig sehen lassen, denn was da für Gliedmassen herumfliegen ist nicht übel, wenn man genau hinsieht, nur sieht man das nicht in Großaufnahme, wo meine Freundin sehr dankbar war, die zuvor zu Abend gegessen hat, und gar nicht gewusst hat was wir uns im Kino anschauen.
Dafür habe ich 8 x so viele Herzinfarktanfänge wie sie gehabt. Ich finde den Film sehr gelungen. Auch wenn einige Szenen auf andere Filme schließen lassen. Das ganze kam mir auch wie „28 Days later“ vor.
Dadurch das die Geschichte auch glaubhaft bleibt, hat man es vermieden zu übertrieben mit Waffen die Schauspieler herumballern zu lassen, oder sonstige Dinge im Einkaufszentrum zu zerstören, was ich eigentlich schon ein bisschen vermisst habe. Leider hat man nicht erfahren wie das ganze entstanden ist.
Ich hoffe das der Film durch § 131 StGB durchrutscht.
Alles in allem ein Film den man sehr empfehlen kann, überhaupt für zarte Gemüter, die so gerne Ihren Magen und Darmtrakt leeren wollen, bei einigen unpassenden Gelegenheiten. Geeignet ist der Film für Maskenbildnerlehrlinge, denn was hier für tolle realistische Masken verwendet wurden, echt wow.
Auf alle Fälle 87,01 von 100
Tuvok 25.4.04 21:55

DAWN OF THE DEAD
UNTOTE, SCHEINTOTE, HALBTOTE
von DIETMAR KESTEN, GELSENKIRCHEN, 18. APRIL 2004.
Wenn sich im Hades Platzmangel einstellt, kommen die Toten auf
die Erde.
Sie steigen aus ihren Gräbern, machen erbarmungslos Jagd
auf die Menschen, gehetzt von der kannibalischen Gier nach
Fleisch. Nach einer panischen Flucht trifft Ana Clark (Sarah POLLEY)
auf eine kleine Gruppe Überlebender. Mit Kenneth
(Ving RHAMES), Andre (Mekhi PHIFER), Michael
(JACK WEBER) und anderen gelingt es, sich in einem verlassenen Luxuseinkaufszentrum zu verschanzen, um sich vor dieser
Seuche zu retten.
Ringsherum wimmelt es von diesen Untoten, die in das Kaufhaus
eindringen wollen, um sich ihre ‚Beute’ zu holen.
An das Grundstück angrenzend befindet sich ein Waffengeschäft,
auf dessen Dach sich der Besitzer verschanzt hat und via
handgeschriebener Tafeln und Fernglas mit den Kaufhausbesetzern
kommuniziert.
Als die Zombies Waffengeschäft und Kaufhaus stürmen, wagen die
Eingeschlossenen und die letzten Überlebenden einen rettenden
Fluchtversuch: der Hafen soll die Rettung sein, von dort aus aufs
Meer, und dann zu einer Insel.
Die Erzählung des Film lehnt sich an ein Skript des
Regisseurs ROMERO, der 1977/79 den Streifen
„Zombie-Dawn of the Dead“ in die Kinos brachte.
In der Regel haben es Remakes schwer, das Original zu überholen,
oder besser: eine gelungenere Version in die Kinos zu bringen
(vgl. auch Texas „Chainsaw Massacre”, Januar 2004).
Konnte man schon über das Erstlingswerk heftig streiten, so wird
es diesem Beitrag ähnlich ergehen.
Eine Vielzahl von Kritikern hatte einst ROMERO noch andichten
wollen, dass er in seinem Zombie-Film und in vielen späteren,
die Bedeutung der Medien für die Gesellschaft, ihre Rolle, deren
Untergang und ihre vermeintliche Renaissance darstellen und
herausarbeiten wollte,
Der Werbefilmer Zack SNYDER lehnt sich hier einfach an und
dabei herausgekommen ist einer der unzähligen Billigproduktionen,
die die Eskalation des Horrors im Kino mit entsprechenden
Schockeffekten auf einen Höhepunkt zusteuern lassen.
Wie „Halloween - Die Nacht des Grauens“ (Regie:
John CARPENTER, 1978), so traten George A. ROMERO
mit seinem Erstlingswerk „Night of the Living Dead“ (1968)
und Tobe HOOPER mit „Texas Chainsaw Massacre” (1974)
die eigentliche Welle der Horrorspektakel, die phantasielos
und grobschlächtig, mit ekelerregende Schlacht- und
Verstümmelungsfesten daherkamen, los.
Diese blutrünstigen Handlungen haben immer eine drückende
Endzeitstimmung verbreitet, eine Millenniumsangst, die
sich durch die ganze Moderne schleppt, und wobei das Kino
einen besonderen Ort der Vermittlung einzunehmen scheint.
Denn es geht doch um Ideologie, um Oberlehrer,
Bedeutungsfahnder, Moralprediger und Leuten, die mit
ihren teilweise meisterlichen Breitwandkompositionen
die Partisanen des schlechten Geschmacks auf den Plan rufen,
die dann noch in einer Art Verzückung die formalen und
inhaltlichen Qualitäten solcher Machwerke rühmen und sie
in Anlehnung an ROMERO als „Abenddämmerung der
Medien“ und „als zeitgenössischen Diskursbeitrag zur Mediologie“
(so Stefan HÖLTGEN in „Schnitt“ April/2004) lobpreisen.
Wenn das Kino der Moderne sich unvermittelt als Voyeur der
Gewalt wiederfindet, wo die Beteiligten Mörder sind, die Mörder
Beteiligte, durch Kamerabewegungen miteinander verknüpft,
und die exakt darauf abgestimmten Toneinsätze (wie bei den
Zombies) eine Ahnung davon aufkommen lassen, wieweit die
direkte Bedrohung der Zuseher schon fortgeschritten ist,
dann sind die auditiven und visuellen Eindrücke die vermittelt
werden, eine direkte Bedrohung, die bei aller Toleranz für
andere Auffassungen, die zu Filmrezensenten bestehen,
nur die Erneuerer des amerikanischen Genre-Kinos auf den
Plan rufen.
Die inhaltlichen Anleihen an einer Reihe weiterer Filme, die
direkten Rückgriffe auf das Arsenal der Spannungsfilme und
der Splatter-Movies der neunziger Jahre, sollen hier nicht
zur Sprache kommen.
Doch zeigt sich, dass das dort verbreitete Wechselbad der
Gefühle mit einer subtilen Mischung der bewegungslosen
Seilfahrten durch die Schluchten der Eindimensionalität
und der bewusst geschürten Ängste der bedrängten
Kreatur einhergeht, die sich mit den widersprüchlichen
Assoziationen von Sexualität und Gewalt und übernommenen
Bruchstücken einer sadomasochistischen Gewaltkultur
auseinander zusetzen hat.
Alle Untoten dürfen natürlich nicht nur dort, sondern auch in
den jüngsten Streifen alle Normen und Regeln verletzen.
Eine rationale Erklärung wird gar nicht mehr benötigt.
Warum etwa ihr Schlachtwerk in „Dawn of the Dead“
stattfindet, interessiert auch niemanden.
Hauptsache ist, das der Handlungsablauf das unaufhaltsame
Eindringen meist maskuliner Gewalt, sanktioniert.
Eine schlüssige Interpretation gibt es daher nicht.
Selbst eine wohlmeinende ist unpassend.
Insgesamt wird die Gefühlsebene des Betrachters streng
kontrolliert. Und das ist allerdings eine Provokation, die
schon Struktur hat.
Die Kombination der bereits einzeln als erfolgsträchtig
erwiesenen Motive wie Brutalität und Tod, eingebettet
in eine (atemlose) Spannung, ist doch sehr oberflächlich.
Und die zusammengewürfelte Handlung ist eindeutig
‚splatter’, oder ‚slasher movie’, wobei hier auf jegliche
Reste einer inhaltlichen Legitimation verzichtet wird.
Diese Filme haben keinen erkennbaren Bezug zum
realen Alltag der Kinozuschauer mehr.
Die tägliche erfahrbare Gewalt in Staat und Gesellschaft,
die vom Publikum erfahren wird (wachsende Armut,
Massenarbeitslosigkeit, Wohnungsnot, Rassismus,
Krieg und Terror) dagegen ist die Kehrseite der Medaille.
Um die von jeher für den Horror-Film wesentliche
Angst-Lust erfahren zu können, bedarf es neben
der höchstmöglichen Aktivierung eigener verborgener
Ängste offensichtlich dieser Distanz zum Alltag
der Menschen.
Gleichwohl ist dieses Potential der Horrorschinken der
Beginn des brutalen Feldzugs gegen den Einzelnen
Zuseher im Kino.
Das, was rüberkommt, ist nur die zeitgemäße aktualisierte
Variante des Verhältnisses von Urängsten und
filmischer Angstbewältigung. Das hat nichts mit
Kult zu tun, sondern steht für eine immer offenere
und detaillierte Ausspielung brutaler Gewaltrituale.
Wie die Gesellschaft, so hat sich auch das Kino
verändert.
Wenn der Schatten des Vampirs in „Nosferatu“
(Regie: F. W. MURNAU, 1922) sich als blutsaugender Graf
in eindeutiger Absicht über das schöne Mädchen beugte
und dabei dem zeitgenössischen Publikum noch einen
Schauer nach dem anderen über den Rücken jagte, so dürften
die heutigen Schocker der Fans von „Dawn of the Dead“
gerade noch ein müdes Lächeln erübrigen.
Fazit: Eine Schlachtplatte des schlechten Geschmacks
in der begehbaren Speisekammer des Kinos ist hier wie die
geschlossene Anstalt, aus der es kein Entkommen gibt.
Diese brutalen Attacken der Zombies machen dieses Genre
nicht glaubhafter. Ganz im Gegenteil.
Diese Inszenierungsstrategien werden dazu eingesetzt,
um mit dramaturgischen Mitteln Spannung und Angst zu
erzeugen.
Wenn mit Gefühlen der Zuschauer gespielt wird, die
Wahrnehmung außer Kraft gesetzt wird, dann scheint die
notwendige Konsequenz nur darin bestehen zu können,
das Schwarzbild, das erzeugt wird, unnachgiebig zu kritisieren.
Dietmar Kesten 19.4.04 04:20