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Augenlied

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Augenlied
"Augenlied"
Deutschland 2003 - Regie: Mischka Popp, Thomas Bergmann - Darsteller: Günther Wieland, John M Hull, Nuria del Saz, Stefan Demeter, Renata Wojewoda, Janis Wega, Pjotr Tarasewicz, Tamara Kurenkowa - Prädikat: besonders wertvoll - Fassung: O.m.d.U. - Start: 9.10.2003
Beschreibung

Sieht jemand, der nicht sieht, nichts? Blindheit ist für Sehende faszinierend. Und erschreckend. Und unvorstellbar.

Wie sehen Blinde die Welt? Wir haben eine Reise durch Europa gemacht. Und höchst unterschiedliche Menschen getroffen. Alle sind blind.

Ein Film ausschließlich mit Blinden. Aber er handelt vom Sehen. Vom Sichtbaren und Unsichtbaren. Vom Hören, vom Riechen. Von Schönheit und vom Schrecken. Von Träumen. Von der Wahrnehmung der Welt mit allen Sinnen.

Kein Film über Behinderte. Ein Film über uns. Über unsere Netzhaut, unsere Wahrnehmung. „Sehende, scheint mir, sehen wirklich nicht sehr viel,“ sagt jemand an einer Stelle. Und lacht. Und erzählt uns eine Geschichte, wild und wüst, wie ein Film im Breitwandformat.

Alle Blinden sehen. In ihren Träumen.

Geschichten: vom alten Mann, der mit 19 blindgeschossen und von drei Frauen geliebt wurde. Der es liebt, aufs Eis zu gehen. Von der jungen Frau in Spanien, die uns Bilder ins Haus bringt, die sie nie sieht. Von einem Professor in England, der ein Dichter ist und ein Reiseführer fürs Unsichtbare. Von drei Musikern in Polen, für die Spielen und Leben dasselbe ist. Von einer jungen Mutter, die sagt: „Zum Glück bin ich blind.“ Von dem Mann in Russland, der die Idee hatte, die Literatur zu retten. Und von der Frau mit den magischen Händen. Von drei Kindern, die uns in eine Welt mitnehmen, wo das Sehen keine Rolle spielt. Und wir erfahren, warum die Könige die vielen sind, und die Sklaven die wenigen. Von dem Mann, der einen Sehenden spielt und den Schrank voller Puppen hat.

AUGENLIED ist ein Film über den Verlust. Und ein Film über den Reichtum. Ein Reichtum, der - wie verborgen auch immer - in uns allen ist. Plötzlich, mitten in Frankfurt, sagt die blinde Mutter: „Ich rieche den Wind vom Meer.“ Und der Professor aus England weiß die Antwort auf die Frage: Warum küsst man mit geschlossenen Augen?
Text & Foto: Pilotfilm; Verleih: GMfilms

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