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Planet der Kannibalen

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Planet der Kannibalen
Florian Lukas, Minh-Khai Phan-Thi
Deutschland 2001 - Regie: Hans-Christoph Blumenberg - Darsteller: Minh-Khai Phan-Thi, Florian Lukas, Barbara Auer, Peter Fitz, Heikko Deutschmann, Vadim Glowna, Matthias Fuchs, Nina Petri, Fatih Akin, Gustav Peter Wöhler - Länge: 90 min. - Start: 17.7.2003
Beschreibung

Deutschland im Oktober 2020 – ein totalitärer Staat. Handys sind verboten und das Rauchen auch. Das europäische Wirtschaftssystem ist zusammengebrochen und eine akute Energiekrise hat das Land in die Armut getrieben.

Das einzige, was scheinbar noch funktioniert, ist das Fernsehen. Game-Shows und Quizsendungen, eine extremer als die andere, ringen um die Gunst des Publikums. Die letzten beiden noch existierenden Medienkonzerne, Alphaplus und Eurolux, liefern sich einen erbitterten Konkurrenzkampf. Nur einer der beiden kann in einem Staat überleben, der die Medien vollständig unter seine Kontrolle bringen will.

Und zwischen allen Fronten: Emma Trost. Als die junge Trend-Managerin von Alphaplus-Chef Werner Best den seltsamen Auftrag erhält, für eine alles in den Schatten stellende neue Game-Show Außerirdische aufzustöbern, wird Best vor Emmas Augen erschossen. Emma gerät unter Mordverdacht.

Ihre Flucht durch die nächtliche Metropole wird zu einer Reise der bizarren Begegnungen: mit dem Kannibalen Oskar Wagenknecht, Star der Show „Cannibal Talk“, mit dem Astrophysiker Ostheim, der glaubt, von Aliens entführt worden zu sein, und dem Bildfälscher Adam Singer. Und nur Singer glaubt an Emmas Unschuld. Am Ende stehen die beiden vor einer phantastischen Entdeckung...

Ein explosiver Stoff: Im Jahr 2003 muss sich der geneigte Fernsehzuschauer noch mit der vierten Staffel von Big Brother begnügen. Wie Sendungen im Jahre 2020 aussehen könnten, führt uns „Planet der Kannibalen“ vor. Mehr Thrill, mehr Voyeurismus, immer extremere Game-Shows und Talk-Formate - mit bissiger Ironie wird hier weitergedacht, zu welchen Auswüchsen das führen könnte.

Hans-Christoph Blumenberg, der auch das Drehbuch schrieb, entlarvt gnadenlos die Praktiken um die Fernsehquoten. Dazu, auch das zeigt „Planet der Kannibalen“, ist nichts besser geeignet, als jener makabre Humor, mit dem Blumenberg hier von Menschen verachtenden Machern, strengen Dominas, Kannibalen und Kriminalisten, Medien-Tycoons und Bild-Terroristen erzählt – und von einem Staat, der politisch und wirtschaftlich am Ende ist.

Hans-Christoph Blumenbergs Satire kommt als Science-Fiction daher, in erbarmungslosem Schwarzweiß, eine Low-Budget-Produktion, in schnellen 18 Tagen abgedreht. „Planet der Kannibalen“ ist auch ein Spiel mit filmischen Stilelementen – eine Hommage an den film noir, an Regisseure wie Robert Siodmak, Jacques Tourneur und Edgar G. Ulmer, an Filme wie „Alphaville“ von Jean Luc Godard.

Genau das richtige Ambiente für eine große Besetzung: Minh-Khai Phan-Thi (in ihrer ersten Kino-Hauptrolle) als Fernseh-Managerin auf der Flucht, Florian Lukas als geheimnisvoller Mediendesperado, Vadim Glowna als visionärer Menschenfresser, Barbara Auer als TV-Moderatorin mit erotischen Abgründen, dazu hochkarätige Charakter-Stars wie Peter Fitz, Heikko Deutschmann, Nina Petri sowie Matthias Fuchs in einer seiner letzten Rollen.

„Planet der Kannibalen“ ist eine schwarze Science-Fiction-Satire auf eine Medienzukunft, die schon heute begonnen hat.
Text & Foto: Rotwang-Film

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