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Stimmen aus dem Wald

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Stimmen aus dem Wald
"Stimmen aus dem Wald"
Israel 2003 - Originaltitel: Out of the Forest / Mekivun hayaar - Regie: Limor Pinhasov Ben Yosef, Yaron Kaftori Ben Yosef - Darsteller: Baruch Shuv, Mordechai Zeidel, Dr. Rachel Margolis, Tamar Shapira, William Good - Fassung: O.m.U. - Start: 20.1.2005
Beschreibung

"Freitag, 11. Juli 1941. Das Wetter ist schön. Es weht ein warmer Wind. Der Himmel ist nur leicht bewölkt. Vom Wald her hört man Schüsse."

Mit diesen Worten beginnt das Tagebuch von Kazimierz Sakowicz, einem Polen aus Ponar, einem kleinen Dorf zehn Kilometer westlich von Vilnius, der Hauptstadt von Litauen. Zwischen 1941 und 1944 wurden hier mehr als einhunderttausend Menschen umgebracht, zum größten Teil Juden. Sakowicz hörte die Schüsse und wusste, dass ganz in der Nähe etwas Seltsames geschah. Er beschloss, heimlich alles, was er hörte und sah, aufzuschreiben. Insgesamt dokumentierte er 835 Tage des Genozids.

Ausgehend von Sakowicz Tagebuch berichtet OUT OF THE FOREST von Menschen, die in unmittelbarer Nähe eines Massenhinrichtungsplatzes lebten. Zu ihnen gehörte ein junges Mädchen, deren Kühe auf den offenen Gräbern weideten, eine Frau, die gezwungen wurde, für die Mörder zu kochen, ein Mann, der mit den Kleidern der Toten Handel trieb, und eine weitere Frau, die sich weigerte, einen Gefangenen in ihr Haus zu lassen, der wenige Minuten zuvor der Exekution entkommen konnte.

Der Film ist auch eine Geschichte über Nachbarschaft und Gemeinwesen in schlechten Zeiten; eine Geschichte darüber, wie grundlegend unterschiedlich die jeweiligen Bevölkerungsgruppen (Polen, Litauer und Juden) die schrecklichen Vorkommnisse wahrgenommen haben und wie heute, sechzig Jahre später, niemand die Verantwortung für das Geschehene übernehmen will und jeder die Schuld bei den Anderen sucht.

Der Film ist wie eine Collage konstruiert und besteht aus Berichten der Anwohner, aber auch der Opfer, die wie durch ein Wunder dem Tod in Ponar entkommen konnten, sowie Auszügen aus dem Tagebuch und Aufnahmen des heutigen Ponar. Der Film enthält weder Archivaufnahmen noch Bilder von Leichen oder Blut. Mit vorsichtigen Interviews und einer unaufdringlichen Kameraführung gelingt es dem Film, hinter die dünne Fassade des Dorfes zu schauen.
Text & Foto: Freunde der Deutschen Kinemathek

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