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Brinkmanns Zorn

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Brinkmanns Zorn
Eckhard Rhode als Brinkmann
Deutschland 2006 - Regie: Harald Bergmann - Darsteller: Eckhard Rhode, Alexandra Finder, Martin Kurz, Rainer Sellien, Isabel Schosnig, Baki Davrak - FSK: ab 12 - Länge: 105 min. - Start: 11.1.2007
Beschreibung

»Brinkmanns Zorn« porträtiert einen Dichter, der alles auf einmal begehrt Liebe, Tod, Pop, Hass, Kunst. Bedingungslos gleichzeitig und mit gnadenloser sprachlicher Wucht hat die Literaturikone Rolf Dieter Brinkmann auf jedes Alltagsdetail eingedroschen.

Der Film begleitet ihn auf seinen medialen Streif- und sprachlichen Raubzügen durch die hassgeliebte Kölner Innenstadt. Auf der Grundlage der Original-Tonband- und Super8-Aufnahmen Brinkmanns hat Harald Bergmann seinen Spielfilm mit faszinierender Perfektion inszeniert. Während sich Brinkmanns grenzenlos-wütende und aufschäumend-leidenschaftliche Stimme über den Zuschauer herein Bahn bricht, folgt man den synchron agierenden Schauspielern durch die in schöner bundesrepublikanischer Wohlstandsgemütlichkeit eingerichtete Großstadt.

Bei Brinkmanns Stadtbeschimpfung müssen sich nicht nur Himmel und Vögel, sondern auch Gebäude und Straßen den Beschwerden des Dichters stellen. In furiosen Wortkaskaden und lustvoller Verweigerung berauscht sich der wütende Flaneur Brinkmann am Alltagshass. Dabei erzählt der Film aber auch die Geschichte einer fatalen Liebe einer Liebe zur Sprache, die nicht mehr vertrauenswürdig ist, und der Liebe zu seinem Sohn, dessen Sprachbehinderung ihn scheinbar unrettbar fern von seinem Vater entrückt hat.

Harald Bergmanns Film »Brinkmanns Zorn« porträtiert einen Dichter auf eben jene kühne Weise, wie Brinkmann selbst verschiedenste Medien und filmische Stilmittel für die Darstellung seiner modernen Wirklichkeit benutzte. Dokumentarfilm und Dichterbiographie verschmelzen und werden zu einer an Authentizität und Faszination kaum zu überbietenden Literaturverfilmung.
Text & Foto: Neue Visionen

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