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Kirgisische Mitgift

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Kirgisische Mitgift
Natacha Régnier (r.) als Isabelle
Kirgisien / Russland / Deutschland / Frankreich 2006 - Originaltitel: Sunduk Predkov - Regie: Nurbek Egen - Darsteller: Natacha Régnier, Bolot Tentimyshov, Tynara Abdrasaeva - Prädikat: wertvoll - FSK: ab 12 - Fassung: O.m.d.U. - Länge: 102 min. - Start: 1.11.2007
Beschreibung

In Kirgisien wird die Mitgift für die Kinder schon bald nach deren Geburt in einer schweren Holztruhe gesammelt. Braut und Bräutigam werden so mit Geld und Gegenständen aus dem Familienbesitz für ihr neues Leben ausgestattet. Auch für Aidar, ein junger Mann, der in Paris beruflichen Erfolg und außerdem die Liebe seines Lebens gefunden hat, steht diese Truhe im Haus seiner Eltern bereit.

Aidar macht sich also mit seiner Freundin Isabelle, einer lebensfrohen Französin, auf den Weg in sein Dorf in den kirgisischen Bergen. Dort stellen die beiden bald fest, dass Aidars Mitgift nicht nur das Geschenk in der Truhe ist, sondern auch das mächtige Erbe aus Sitte und Tradition. Bei aller Herzlichkeit und Gastfreundschaft von Familie und Dorfbewohnern wird Aidar sehr schnell klar, dass es nicht einfach werden wird, sich den Erwartungen und Ansprüchen der Eltern zu entziehen.

Mehr noch, zurück in den altvertrauten Verhaltensweisen, weiß er selbst nicht mehr, wie er sich verhalten soll und will. Und Isabelle ist zwar überwältigt von der landschaftlichen Schönheit und fasziniert von den fremden Bräuchen. Diese können aber auch barbarisch für europäische Gemüter anmuten. So leichtfüßig und offen sich Isabelle im Dorf auch bewegt, auch sie hat ihre französische Mitgift dabei. Dazu gehört die Selbstbestimmung einer unabhängigen Frau, die im Widerspruch steht zur traditionellen Machtlosigkeit der Frauen im Dorf. Auch Aidar wird ihr fremd. Er verschweigt, dass er sie heiraten will, er zögert und zaudert, hat Angst vor den Eltern und den Mythen, wonach ein Geschlecht verflucht ist, wenn der Sohn nicht die von der Familie vorgesehene Frau heiratet.

KIRGISISCHE MITGIFT ist ein wunderbarer Film, urkomisch, traurig, abenteuerlich und märchenhaft zugleich. Dazu trägt die französische Schauspielerin Natacha Régnier ebenso bei wie der sympathisch ungelenke Hauptdarsteller Bolot Tentimyshov. Der erste Spielfilm des jungen kirgisischen Filmemachers Nurbek Egen entwickelte sich aus seinem Kurzfilm "Sanzhyra", der auf internationalen Filmfestivals mit Preisen geradezu überhäuft wurde. KIRGISISCHE MITGIFT hat seinerseits wieder zahlreiche Nominierungen und Auszeichnungen erhalten, darunter den Young Artist Award für den besten ausländischen Familienfilm in Los Angeles und viele Preise bei russisch-asiatischen Filmwettbewerben.
Text & Foto: second order

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