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Camilo - Der lange Weg zum Ungehorsam

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Camilo - Der lange Weg zum Ungehorsam
"Camilo - Der lange Weg ..."
Deutschland / Belgien 2007 - Originaltitel: Camilo - The Long Road to Disobedience - Regie: Peter Lilienthal - Darsteller: (Mitwirkende) Camilo Mejía, Fernando Suárez del Solar, Maritza Castillo - FSK: ab 12 - Fassung: O.m.d.U. - Länge: 85 min. - Start: 24.4.2008
Beschreibung

Das Rückgrat der US-amerikanischen Armee kommt nicht aus West Point oder Annapolis, nicht aus Familien mit einer Militärtradition, die bis zum Sezessionskrieg zurückreicht, sondern wurde in den Armenvierteln der Schwarzen aufgebaut und von den Einwanderungswellen aus Lateinamerika weiter gestärkt. Die Rekrutierungskommandos der Streitkräfte haben zumeist leichtes Spiel bei den Perspektivlosen und gesellschaftlich Ausgestoßenen, die Verlockungen der vereinfachten Einbürgerung durch den Wehrdienst tun ihr Übriges.

Auch Camilo Mejía, Sohn des berühmten nicaraguanischen Komponisten Carlos Mejía, trat der National Guard bei, in der Hoffnung, Unterstützung für sein Psychologiestudium und die US-Staatsbürgerschaft zu bekommen. Der Emigrant aus Nicaragua verpflichtete sich 1995 für acht Jahre bei der National Guard. In seinem letzten Dienstjahr wurde Camilos Einheit für den zweiten Irakkrieg mobilisiert und in Ramadi, einem der Brennpunkte des sunnitischen Dreiecks, eingesetzt. Sein wachsender Zweifel am Sinn des Krieges führte dazu, dass sich Camilo von einem zweiwöchigen Heimaturlaub nicht mehr zurückmeldete. Camilo Mejía wurde der erste offizielle Kriegsdienstverweigerer des Irakkriegs.

Für seinen Dokumentarfilm CAMILO DER LANGE WEG ZUM UNGEHORSAM begleitet der renommierte Autor und Regisseur Peter Lilienthal den zwischenzeitlich Inhaftierten bei seinen Versuchen, wieder im Leben Fuß zu fassen, und verfolgt sein neues Engagement für die Friedensbewegung. Lilienthal kontrastiert die Geschichte Camilos mit der von Fernando Suarez del Solar, der seinen Sohn Jesus bei der Irak-Invasion verlor. Er war der erste Mexikaner, der in diesem Krieg starb. Fernando geht in seiner Trauer den Hintergründen nach und gründet das Guerrero Azteca Peace Project. Als Friedensaktivist zieht er durch die Schulen hispanischer Communities in den USA und setzt den beschönigenden Versprechungen der Rekrutierungskommandos seine bitteren Erfahrungen entgegen.
Text & Foto: Filmwerkstatt Münster

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