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Das Vaterspiel

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Das Vaterspiel
Helmut Köpping als Ratz
Deutschland / Österreich / Frankreich 2008 - Regie: Michael Glawogger - Darsteller: Helmut Köpping, Sabine Timoteo, Ulrich Tukur, Christian Tramitz, Itzhak Finzi, Samuel Finzi, Michou Friesz, Otto Tausig - FSK: ab 16 - Länge: 117 min. - Start: 26.11.2009
Beschreibung

Aus heiterem Himmel ein Anruf, am anderen Ende eine Stimme aus lang vergangenen Tagen: Mimi (Sabine Timoteo). Sie will, dass ihr Studienfreund Ratz (Helmut Köpping) nach New York kommt, gleich am nächsten Tag, weil sie seine Hilfe braucht.

Für Mimi war Ratz immer bereit, vieles zu tun, und in Wien macht ihm sowieso einiges zu schaffen: Der übermächtige Vater (Christian Tramitz), die inzestuös angehauchte Liebe zu seiner Schwester (Franziska Weisz) und sein autistisches Dasein vor dem Computer. Das alles hinter sich zu lassen, wäre gar nicht so schlecht, und in Amerika kann Ratz vielleicht auch das Computerspiel gewinnbringend verkaufen, an dem er seit Jahren tüftelt.

Doch auch in New York muss er sich bald unangenehmen Fragen stellen: Wie soll er sich zu der Nazivergangenheit des alten Mannes stellen, dessen Kellerversteck er ausbauen soll? Wie echt sind Mimis Gefühle, und wie schuldig macht man sich mit virtuellen Morden am eigenen Vater? Und dann gibt es noch einen Mann (Ulrich Tukur), der in einem sachlichen Büro ein lange zurückliegendes Verbrechen zu Protokoll gibt.

Der 1999 erschienene Roman von Josef Haslinger rührt an einer Fülle komplexer Fragen über die Abgründe vertrackter Familienbeziehungen, über die Verarbeitung des Nationalsozialismus, über Gewalt in Computerspielen. Mit seiner besonderen Sensibilität für multiple Erzähllinien hat Michael Glawogger das Buch 10 Jahre nach seiner Entstehung feinfühlig und vielstimmig verfilmt. Statt eindeutige Verurteilungen zu propagieren, stellt er sich den Widersprüchen der Condition Humaine, den Abgründen von Moral und Gesetz, von Schuld und Sühne, von Gefühl und Gewissen, von Nähe und Fremdheit. Ein Film, der den Nationalsozialismus thematisiert, ohne eine einzige Hakenkreuzfahne zu zeigen. Ein Film, der bei allem Ernst einen spezifisch österreichischen Humor bewahrt.
Text & Foto: Alamode

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