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Vor lesen dieses langen Berichtes, es ist alles voller Spoiler, das mußte sein, sorry.
Die Passion Christi
Die Mystik liegt über Gethsemane, Nebelschwaden ziehen um die Ölbäume in jener verhängnisvollen Nacht zum Karfreitag. JESUS ( Jim Caviezel ) bittet seinen Vater ihm diesen Kelch zu ersparen. 33 Jahre hat er gewirkt, geholfen, er hat 2 Menschen vom Tode erweckt, 5000 und 3000 Leute gespeist mit Brot und Fisch, doch jetzt ist er am Endpunkt seiner Aufgabe für die er geboren wurde. JOHANNES, PETRUS, sie liegen und schlafen. JESUS geht zu Ihnen hin, heißt sie zu beten, der Versuchung zu widerstehen.
In der Zwischenzeit ist JUDAS beim hohen Rat, er kriegt für den Verrat an JESUS 30 Silberlinge. Geld das er nachher zurückgeben will, aus Verzweiflung, Angst, er sieht erst wozu der Hohe Rat fähig war. 3 Jahre lange hat er mit Ihnen gebetet, in der Synagoge gelehrt, er hat den Armen geholfen und den Leuten von GOTT seinem Vater erzählt. Sein Auftrag, den kannte fast jeder damals in Galiläa. Nur weil er aus Nazareth war, muss deshalb nur schlechtes kommen?
KAJAPHAS glaubt nicht an die Prophezeiung das endlich der König der Juden, der lang ersehnte Messias, der Sohn Davids, aus dessen Geschlecht kommt und sie erlöst. Sie glauben noch immer an einen weltlichen Herrscher, deshalb auch dieser Hass als er sagt das er zur Rechten des Vater sein wird, wenn er am Ende aller Tage kommen wird, um die zu richten, die das Gericht verdient haben, um die Toten und die Lebenden zu sich zu holen die in Christus gelebt haben, und gestorben sind, im Glauben, mit einem Herzen in Frieden.
An das glaubt KAJAPHAS nicht. Der einzige der was helfen könnte ist NIKODEMUS, doch er wird, trotz seines hohen Ranges von der Gesellschaft verwiesen. PETRUS ist außer sich als er sieht wie sie den Rabbi verhaften, ihn mitnehmen wollen, und er zieht das Schwert um Malchus das rechte Ohr abzuschlagen.
JESUS heißt ihm Frieden zu halten, denn wer mit dem Schwert kämpft wird durch dessen untergehen.
KAJAPHAS schickt ihn zu PILATUS der mit ihm nichts anfangen kann. Seine Frau CLAUDIA heißt ihm den Nazarener nicht zu töten, sie hatte einen Traum, und so entlässt er JESUS und schickt ihn zum König der Juden, HERODES. Der sieht in ihn einen Spinner, nie und nimmer den König der Juden, den Messias, den wahren .Sein dekadentes Leben hätte das sowieso nicht zugelassen.
So wird JESUS wieder zu PILATUS geschickt, Freitag in der Frühe, PILATUS muss dann doch dem Volk nachgeben, einen Aufstand will er nicht produzieren, nicht zu lassen, also lässt er den Mörder BARABBAS frei. JESUS wird geschlagen, mit Ruten, mit Geiseln, Eisensplitter in den Schnüren reißen seinen ganzen Körper auf. Dann nimmt er das Kreuz auf sich und man schleift und peitscht ihn unter dem Gejubel des Blutgierigen Volkes die Via Dolorosa entlange, raus aus Jerusalem ,wo sich vor dem Stadttor die Schädelstätte Golgatha erhebt.
SIMON von Cyrene, am Weg nach Hause, wird gezwungen das Kreuz mit JESUS zu tragen. Und immer in seiner Nähe ist der Teufel in Form einer Frau, die ganze Zeit versucht der Teufel ihn von seinem Vorhaben abzubringen, die Menschen zu erlösen, sie vor der ewigen Verdammnis zu erlösen und so den Teufel in seine Schranken zu weisen. Er hat nicht recht, die Menschen entscheiden sich für GOTT, auch wenn sie es nicht gleich tun.
Keiner versteht wie er das aushält, sie kreuzigen ihn, wie damals 700 v. Chr. Schon der Prophet JESAJA vorhergesagt hat. Und um 15:00 Uhr am Karfreitag starb er, eine einzelne Träne fällt herunter. Er ist tot, doch er erwacht wieder, und zieht alle an sich die an ihn glauben wollen. Die ihn nicht kennen und ihn kennen lernen wollen, ihn der voller Liebe war, bevor alles erschaffen wurde.
Ein Wahnsinn, Jim spielt die Rolle sehr gut wirklich bombastisch, doch gleich zu Beginn muss ich sagen, JESUS von Nazareth mit Robert Powell in der Hauptrolle hat mir besser gefallen, auch wenn hier durch verschiedene Rückblenden versucht wurde, auf die Vergangenheit von JESUS einzugehen.
Nach dem Film, während des Filmes wo einige Leute aus dem Kino gegangen sind, konnte ich einfach nicht verstehen, wieso seine Liebe zu diesen grausamen Menschen so groß sein konnte, das er für sie gestorben ist. Jeder von uns sündigt sehr oft, und das wirklich schlimm, man braucht nur mal einen kurzen Rückblick auf den Genozid in Tschetschenien machen der noch gar nicht lange her ist, aber das er für Menschen starb, wo doch einige so blutgeil sind, ist wirklich schwer zu verstehen, wenn man sich nicht mit dem Christentum, mit der Bibel, mit dem Glauben beschäftigt, und JESUS darum bittet, einem beizustehen, das eben zu verstehen, für sich selbst, für sein Herz.
Diese unglaubliche Liebe die in der Bibel zu Tage kommt, die fehlt leider hier, ja das ist eine Rüge, und gleich weiter mit den Rügen, es ist nicht ganz so bibelkonform wie Mel Gibson gesagt hat.
1.) Also der rechte Schächer am Kreuz. Laut griechischem Urtext, heißt es nicht, „Ich sage dir, Heute wirst du mit mir im Himmel sein“ wie fälschlicherweise die Katholische Kirche uns glauben macht, sondern
„Ich sage dir, du wirst mit mir im Himmelreich sein“ Das heute bezog sich rein darauf, das die Menschen damals sagten, Ich sage dir Heute, das habe ich eben bewusst weg gelassen, um das zu verdeutlichen.
2. ) Wo bleibt, das PILATUS gesagt hat, das was ich geschrieben habe, das bleibt, auf die Frage hin
Schreibe nicht, er ist der König der Juden, sondern er hat es gesagt, auf Bezug auf die Inri Tafel am
Kreuz. Fehlt leider
3. ) Die Geschichte mit VERONIKA und dem Schweißtuch ist nicht bibelfest, sie ist erfunden, und bezieht sich auf eine Legende, aber das macht ja nichts, sie passt gut in die Geschichte rein.
4. ) Wo steht was vom Teufel in Form von einer Frau? Auch wenn das sehr gut war, es ist nicht bibelkonform, aber das macht nicht so viel, es hat trotz der Künstlerischen Freiheit gut reingepaßt.
5. ) Der Tempel brach nicht entzwei bei dem Tod von JESUS, sondern der Vorhang riss von oben nach unten entzwei, um den Blick auf das Allerheiligste zu gestatten, das damals im jüdischen Recht nur der Hohepriester hatte, doch das hat Mel eben in seinem Film vergessen, denn dadurch wird klar, das JESUS, seine Lehren, auch den Heiden, also den Nichtjuden freisteht, die Erlösung ist für jedermann, nicht nur für das Volk Gottes, die Israeliten. Das fehlt leider.
6. ) Bei seinem Tod war nicht nur eine Sonnenfinsternis, sondern es sind auch die Toten aus den Gräbern auferstanden, leider fehlt auch das, aber das macht nichts, man kann das ja nachlesen, obwohl gesehen hätte ich es schon gerne, das war noch in keiner JESUS Verfilmung bis dato.
7. ) Beim Verrat von PETRUS, hat man keinen Hahn krähen gehört, PETRUS ist nachher rausgegangen um zu weinen, nicht in dieser Menschenversammlung im Gebiet wo JESUS verhaftet wurde. Fehlt leider auch, oder ist ein bisschen falsch.
8.) Das Johannes der Lieblingsjünger war, dem JESUS seine Mutter Maria anvertraut hat, ist nur eine Legende, aber das wird im Film nicht so richtig deutlich, egal, es hat gepasst, war ja schließlich von einem Erzkatholischen Regisseur gedreht worden.
9. ) Wo bitte steht das der Soldat JESUS der am Kreuz hang, einen Speer reichte mit einem Schwamm, es war ein Ysopzweig.
So jetzt das Positive.
Eigentlich alles, alle haben sehr gut gespielt, alle waren sehr glaubwürdig, alles hat sehr weh getan im Herzen zu sehen, wie der einzige unschuldige Mensch aller Zeiten, 100 % ig perfekt und unschuldig für uns gelitten hat, und sein Herz für GOTT seinen Vater so groß war, um uns zu erlösen, das hat nichts mit Ostern zu tun.
Negativ fand ich es, das er so extrem ausgepeitscht wurde, das er dauernd gepeitscht wurde, das er so viel ausgehalten hat, das war übertrieben, und auch das der Soldat ihn mit einer Lanze in seine rechte Seite stach, anstatt in seine Linke, ist auch nicht so ganz gut, und das eine Blut und Wasserähnliche Flüßigkeitsfontäne rausgespritzt hat wie bei einem Gartenschlauch fand ich auch nicht so gut.
Es ist erstaunlich das dieser Film so sehr um die Welt gegangen ist. Noch nie zuvor hat ein Film so viele Gemüter in Rage gebracht wie dieser Film. Ich weiß noch damals um die Aufregung als „Die Letzte Versuchung Christi“ ins Kino kam, aber dieser Film hat alles übertroffen. Wenn man bedenkt wie viel Wirbel dieser Film verursacht hat, ist ihm ein Eintrag ins New Yorker Museum of Art schon sicher, dort lagert nämlich auch der Film „Tanz der Teufel“. Es ist noch gar nicht lange her, wo der Papst den Hauptdarsteller Caviezel zu sich eingeladen hat und ihn gesegnet hat, ein streng gläubiger amerikanischer Schauspieler, ungefähr wie Mel Gibson, der auch streng gläubig ist und einer eigenen Art von Religionsgemeinschaft innerhalb der Katholischen Kirche angehört, wenn man das so sagen darf.
Vor 2 Jahren hat es bereits geheißen, das er die Geschichte von JESUS verfilmen will, die letzten 12 Stunden in seinem Leben, und damals hatten sich schon viele Leute gedacht, das ist nicht möglich, Lethal Weapon, Mad Max, ja das schon, aber dann einen JESUS Film? Und wie man ihn gedreht hat, und man erfuhr, das er in aramäisch und Lateinisch gedreht wurde, und noch dazu mit Untertiteln, was den Wert der Authentizität ungemein erhöht, hat man nicht nur kein oder wenig Einspielergebnis attestiert, sondern auch den Untergang dessen, und entgegen den ganzen Meinungen hat der Film bis vor Ostern ca. 350 Millionen US $ alleine in den Usa eingespielt.
Was auf alle Fälle erstaunlich ist, noch nie hat es ein Film in Amerika in 4.000 Kinos gleichzeitig geschafft, und nach dem Start am Aschermittwoch hat er bis am Sonntag 117 Millionen US $ eingespielt, der 5. erfolgreichste Start eines Filmes aller Zeiten in den Usa.
Ich verstehe nicht wieso man z.B dem Regisseur Mel Gibson vorwirft er habe den Film wegen Geldgeilheit gedreht. Gerade er, der mit seiner 3. Regiearbeit nach „Der Mann ohne Gesicht“ und „Braveheart“ endlich was verfilmt hat was man bisher noch nie so zu sehen bekam in dieser Intensität, gerade der soll das Geld nötig gehabt haben? Ein Schauspieler der 20 – 25 Millionen $ Gage bekommt? Sicher hat er an dem Film bis jetzt ca. 200 Millionen US $ verdient, aber nur wegen dem Geld, nein das traue ich ihm nicht zu.
Papst Johannes Paul II. hat den Film voriges Jahr im Dezember gesehen und war sichtlich erfreut, weil er verlauten ließ, so und nicht anders war es damals bei der Kreuzigung. Nun ich habe mir den Film endlich angesehen, 125 Min. hat er gedauert, und ich muss sagen, wow starker Tobak. Die Geschichte ist allgemein bekannt aus den 4 Evangelien des Neuen Testamentes, aber ich bin überzeugt das sie noch nicht sehr viele Leute gelesen haben. Trotzdem muss ich sagen, die beste JESUS Adaption ist noch immer die von Franco Zeffirelli. „JESUS von Nazareth“ den es früher immer zu Ostern gespielt hat, aber in der Zeit wo wir leben wo Konsum, Werbung, und sonstige Unwichtige Dinge gelten, wird selbst zu Ostern immer mehr auf biblische und einfache Dinge verzichtet.
Eines ist an diesem Film wunderbar, er hat es geschafft als erster nichtmoslemischer Film in einem Moslemischen Stadt gespielt zu werden, und zwar in Saudi Arabien. Denn ein Film der noch dazu so viele Gemüter erhitzt, von dem sogar Jassir Arafat gemeint hat, das er sehr bewegend ist, noch dazu in Arabien, wo der Islam gilt, wo man sagt der Film sei antisemitisch, das ist schon ein tolles Ding.
Man sagt das der Film den Antisemitismus schürt, weil er nach alten erzkatholischen Tatsachen den Film so gedreht hatte, das man den Hass auf Juden spürt, die ja den Heiland umgebracht haben, und dafür als schlecht gelten, aber das ist schlicht nicht der Wahrheit entsprechend, vielmehr stellt Gibson einfach nur die Tatsachen da die in der Bibel verankert sind, so wie sie gewesen sind.
Nun hat man den Film vielen Vertreter von verschiedenen Religionsgemeinschaften und Glaubensgruppen vorgespielt, um die Meinung zu hören, die vielleicht die Tatsache entschärft, der Film sei nicht der Bibel entsprechend und vor allem nicht antisemitisch, aber leider haben die meisten in dem Film das gesehen was sie sehen wollten, und man hat sich noch mehr das Maul darüber in negativen Publikationen zerrissen. zumindestens hat der Papst den Korrektheitsanspruch des Filmes untermauert mit seinen Worten, „Es ist wie es war“. Der Vatikan hat später die Meinung des Papstes dementiert oder eher ins Winkerl zurückgeschoben, und meinte einfach nur das der Film nicht so erfolgreich wäre, wenn nicht so viel PR Rummel gemacht wurde.
In Deutschland und in Österreich war der Start für den Gründonnerstag vorgesehen, aber durch den fulminanten US Start hat man das Datum auf den 18. März vorverlegt, etwas das auch bisher noch nicht dagewesen war.
Schon als der Film noch nicht mal in Fahrt war, ist der Körper von Jim Caviezel, der JESUS sehr authentisch und gut darstellt, über und über mit Blut übersät, von seinen ganzen Wunden, wie es doch auch beim Kreuzweg heißt, an meinem Körper ist keine Stelle die nicht wund ist. Denn bisher wurde JESUS immer als der etwas leidende dargestellt und die römischen Soldaten als Patrioten, aber in Wirklichkeit waren die Typen fern von der Heimat, haben den Dienst gehasst, wie heute Zivildiener ungefähr, nur noch mehr, und JESUS ist hier nicht als der Schauspieler, sondern als der leidende Gottessohn dargestellt.
Natürlich gibt es auch in dem Film einige Passagen die künstlerischer Freiheit entsprechen, so z.B die Darstellung des Teufels, die in der Bibel bei der Kreuzigung nicht erwähnt wurde. Man sollte sich dennoch den Film völlig unvoreingenommen ansehen, so habe ich es gemacht, denn alles andere würde den Zauber des Filmes zerstören, und ihn nicht mehr so mystisch glorifizieren.
Sehr gut fand ich in dem Film das er ein paar Ersinnungen rein brachte, von JESUS z.B oder Maria. Denn das ist menschlich, ein Mensch erinnert sich ja auch, und das war ja JESUS ja auf der Erde, bevor er in den Himmel gefahren ist und uns somit endgültig erlöst hat und uns sündigen Menschen den Weg zum ewigen Leben freigelitten hat. Was mir etwas gefehlt hat ist die Unterstützende Tatsache wie schwierig es für den Gottessohn oder GOTT selbst gewesen ist, als Mensch auf die Erde herabgeboren zu werden, in einen Körper der absolut schwach und sündig ist, der von so vielen Urteilen, Gewaltausbrüchen, Süchten und Schmerzen voll ist, das es wohl niemand aushalten würde, der perfekt seit ewigen Zeiten lebt.
Das ist als würden wir als Mensch in den Körper einer Kakerlake reingeboren werden, und dann für sie sterben, in den wir auf einen Operationstisch eines 5 Jährigen Kindes mit Nadeln gefoltert würden. Absurd, ja stimmt, aber das er das gemacht hat, ein Wahnsinn, und wir Menschen liebäugeln maximal mit ihm zu den katholischen Feiertagen, schließlich sind wir ja alle Christen. Würden wir das alles viel ernster nehmen, dann würden wir Menschen viel mehr für uns erfahren was positiv ist, und nicht immer die Richtschnur übertreten die uns GOTT geschenkt hat in seinen 10 Geboten, aber genug der Rede, was ich meinte ist, man spürt diesen Auferstehungsgedanken nicht, da das am Ende viel zu kurz dargestellt wurde, und man fühlt nicht richtig wie GOTT für uns gelitten hat in seinem Geiste, man ist zwar überwältigt von den grausamen Bildern die ich etwas für übertrieben halte, aber es fehlt was fürs Herz.
Nun die Via Dolorosa war nichts für das Herz stimmt aber wie gesagt, es fehlt die Freundlichkeit die man in
„JESUS von Nazareth“ gespürt hat. Man hat einfach nur Schmerzen, man weint mit ihm, und fühlt sich rein, aber das man spürt, hier spricht GOTT zu dir, das fehlt irgendwie in dem ganzen Gewaltspektakel.
Ich kann mir schon vorstellen wie grausam und schrecklich die Kreuzigung ist, aber das sie so plakativ dargestellt wurde, und mir etwas übertrieben inszeniert vorkam, das fand ich nicht so gut.
Zurück zu den Stellen die in der Bibel nicht erwähnt sind, wie die Erfindung von Mel das er den Satan in die Geschichte ließ. Es war zwar etwas Akte X mäßig, nicht so ganz richtig, aber aus seiner Vorstellungswelt her, und für den Erfolg des Filmes durchaus akzeptabel. Was ich schade fand ist das die Priester anfangs von ihm so begeistert waren, und von einem Moment auf den anderen nicht, da fehlte ein bisschen Filmmaterial. Steht zwar alles in der Bibel aber trotzdem, hätte es in den Film gehört.
Was mir auch nicht so gefallen hat, Herodes war ein bisschen eigenartig dargestellt, Barabbas hat irgendwie nicht so gut gewirkt wie Anthony Quinn damals, dem hat einfach die Ausstrahlung gefehlt, dann hat der Film auch viel zu früh mit der Gewalt eingesetzt, anstatt mal dem Zuseher zu vermitteln, He das ist ein Gefangener, da hätte man mehr draus machen können. Der Film hat Stoff für einen 3 Stunden Film dann wäre er besser gewesen, es war einfach zu viel und zu schnell Gewalt gleich da, auch wenn es realistisch war. Egal, es war da.
Anfangs dachte ich mir, meine Güte eine Film in hebräisch, aramäisch und lateinisch, und mit Untertiteln, toten Sprachen eben und noch dazu deutsche Untertitel, aber das macht nichts, die Geschichte ist hinlänglich bekannt, und es wirkt einfach viel authentischer, und irgendwie wie ein Dogmafilm. Gut war auch das die Untertitel nicht so schnell geschrieben wurden, was gut für Leute ist, die älteren Geburtsdatums sind, und sich beim Lesen schwer tun.
Ich habe auch mit einigen Leuten darüber gesprochen, ob der Film ab 16 freigegeben O.K wäre, und viele hätten gemeint, man hätte in ab 18 freigeben sollen, aber irgendwie denke ich mir, Horrorfilme wie Resident Evil waren im Kino ab 16 frei, in Italien ab 15, und Filme wie Dawn of the Dead selbst im Kino als Remake jetzt, wie auch The Texas Chainsaw Massacre waren bei uns auch ab 16 frei, führte mich wieder zu dem Schluss das die Freigabe doch richtig ist, da ja auch etwas jüngere Leute den Film sehen sollten.
Wenn ich z.B jetzt so über den Film nachdenke könnte ich zu dem Schluss kommen, das Gibson versucht hat uns den Glauben an GOTT mit dem Hammer einzubläuen als mit der Liebe, denn hier wird vieles dargestellt was man lieber nicht so sehen sollte, es geht ja schließlich um JESUS, und wie weit ist der Sprung das man JESUS bald nackt darstellt?
Andererseits muss ich wieder sagen, endlich wird gezeigt, was man oft nicht so weiß und vielleicht führt er einige Leute zum Glauben, gerade jetzt in dieser wichtigen Zeit wo der Glaube als so hoch gilt, und die Leute ihn nur auf der Zunge aber nicht im Herzen haben, weil wir verlernt haben, zu leben, zu lieben, und zu beten.
Dann denke ich wieder über den Film nach und seine Aussagen und komme zu dem Schluss, er stellt sehr viel da was man JESUS alles angetan hat, aber er zeigt wenig was JESUS für uns gefühlt hat. Die Evangelien aus verschiedenen Blickwinkeln von Zeitzeugen geschrieben, mischt Gibson zusammen, aber er such sich wie gesagt sehr vie grausliche Dinge raus, und hätte er am Schluss die Auferstehung länger gezeigt, und mehr Gefühl für die Mutter Maria und Magdalena dargebracht, sie länger gezeigt und sie wie anfangs erwähnt auch mit Erinnerungen vollgefüllt, wie bei anderen Akteuren, wäre es mir lieber gewesen, denn dann hätte man wenigstens einige Beweggründe und Herzensangelegenheiten gesehen die vielleicht sehr wichtig gewesen wären, und der Film würde sich nicht auf das Thema Blut reduzieren.
Doch für den gläubigen Menschen ist das wiederum wichtig, nicht weil er sich daran ergötzt, sondern weil er das Martyrium sieht dieses Mannes, wie es keines je gegeben hat, nicht nur weil er der einzige absolute unschuldige gewesen ist, sondern weil er Gottes Sohn war, und weil er eben für uns so viel ausgehalten hat.
Gibson hat mal gesagt, ihn hat GOTT geführt, den Film zu machen, das halte ich nicht für ganz unbedingt richtig, eher für einen Marketinggag, aber es besteht die Tatsache das es stimmt. In dem Film habe ich sehr viele Leute weinen gehört, schluchzen, Männer wie Frauen, die Männer haben es natürlich versteckt, die Feiglinge, aber immerhin, einige rieben sich die Augen, sicher nicht aus Grippe und Schnupfengründen. Das Kino war ziemlich voll, trotz seiner Größe.
Gibson hat den Film ja aus seiner eigenen Tasche finanziert, 40 Millionen US $ hat er gekostet, er hat keine besonderen Stars mitspielen lassen, und kein Produzent oder Regisseur wollte den Film in Amerika machen.
Und das ist kein Wunder bei den vielen Szenen die vorkommen, die einfach zu viele sind. Der schönste oder einer der schönsten und ergreifendsten Sätze ist als Jim am Kreuz hängt und meint, Vater vergib Ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun, ein Satz der sehr schwer fällt ihn nach zu vollziehen angesichts der jüngsten Ereignisse in Madrid.
Ich bin persönlich froh das es den Film gibt, so redet man wenigstens wieder über den Glauben was früher die Leute ganz selbstverständlich gemacht haben, angefangen vom Frühgebet, vor der Schule, bis hin zum gemeinsam Mittags oder Abendgebet und das durch den tiefen Schnee stapfen, wenn es zur Sonntagsmesse ging, und da gingen alle mit. Früher hat man noch Werte gehabt, die heute den Berg runterfließen.
Also die Mutter die Maria spielte war sehr gut. Und meine Freundin, ich und das ganze Kino, wir haben alle geweint, es ist einfach schrecklich das alles zu sehen, mehr als traurig.
Ich fand gut das der Film untertitelt war, um die Authentizität zu erhöhen, einfach gut.
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(0/10)Mein Kommentar zu dem Film: "Die Passion Jesu" von Mel Gibson
Vorab: Ich kritisiere hier einen FILM, keine Heiligen, keine biblischen oder evangelikalen Inhalte und erst recht nicht den Ewigen und Einzigen.. Darum werde ich im folgenden den Hauptdarsteller nicht Jesus nennen, sondern "Den Schauspieler, Der Jesus Spielt", abgekürzt: DSDJS.
DSDJS sieht aus wie "Der gute Hirte" auf den Gemälden um die vorletzte Jahrhundertwende im Schlafzimmer, hold und rein, symmetrische-arische Züge, fehlte noch, dass er blond wäre. Diesen Jesus sieht man im Film aber nur noch in den zahlreichen Rückblenden, die in die Handlung einfließen: DSDJS, wie er als stupsnasiger lockiger Bub hinfällt, DSDJS, der einen Tisch gezimmert hat und mit der Mutter scherzt, DSDJS, der mit den Jüngern redet und isst etc. Dieser holde DSDJS steht im Verlauf des Films in immer krasserem Gegensatz zu dem mehr und mehr entstellten Körper des gegeißelten DSDJS.
Am Anfang sieht man DSDJS im nächtlichen Garten, mit gepresster Stimme betet er. Judas hat ihn schon verraten, Soldaten dringen in den Garten ein, es wird gehauen und gestochen, das Ohr ist ab, DSDJS heftet das Ohr aber wieder dran. Außer in den Einblendungen, in denen er eine normale Stimme hat, spricht DSDJS im gesamten Film irgendwie weinerlich. Judas, inzwischen bereut er seinen Verrat, sieht man auf einem einsamen Stück Land neben einem Dromedarkadaver, aus dem die Maden krabbeln, dann hängt er sich auf. Pilatus erscheint: endlich einer, der mit normaler Stimme redet, sympathisch, männlich, nüchtern. Auch seine bildhübsche Frau Claudia, die einen warmherzigen Eindruck macht und sich um DSDJS sorgt, wirkt normal und lebendig. DSDJS hat inzwischen ein zugeschwollenes Auge, da er während der 2 Stunden unaufhörlich gequält wird, sieht er bald schon reichlich mitgenommen aus.
Nun sehen wir Herodes, inmitten vollgesoffener Gestalten, die durchs Bild purzeln. Wie angenehm, dass bald wieder Pilatus auftaucht, wieder männlich entschlossen. Nun lässt er DSDJS geißeln: 19.05 Uhr bis 19.15 Uhr! Alle Instrumente kommen zum Einsatz, DSDJS stöhnt, grunzt, röchelt, verdreht die Augen, fällt hin, blutet und röchelt und grunzt. (So war es, ja, grunzt! Ich hoffe, DSDJS wurde für die Darstellungen, die sicher nicht ganz ohne Schmerzen zu filmen waren, gut bezahlt!? Ich empfand sie als reines Sado-Maso-Spektakel, wenn ein Mann soo stöhnt, dann – tut mir leid... klingt das, als stünde er kurz vorm Orgasmus!) Ich betone: hier geht es um einen Film, Leute, kommt runter auf den Teppich! Es gibt durchaus glaubhafte Darstellungen von Gewalt, von leidenden Helden, aber da klingt das Stöhnen nicht sooo. Hier wurde auch nicht synchronisiert, also ist es der Originalton, den ich gehört habe.
Die jüdischen Film-Frauen, Mutter Maria und Maria Magdalena, stehen stets am Rand. Sie sind ernst, aber gefasst, kein Schrei entringt sich trotz der Grausamkeiten ihren Lippen. Sie pirschen sich, als DSDJS weg ist, an den Folterplatz heran, der voller Blut ist und wischen mit schneeweißen Tüchern im Blut herum (vergessen wir nicht: es ist Ketchup, Leute!) und pressen sie dann an ihre Lippen... (eine Geste, die noch heute z.B. bei den Palästinensern nur eins bedeutet: Rache nehmen!) Im Gegensatz zur Pilatus-Ehefrau Claudia, die voller Sorge versucht, etwas zu unternehmen, stehen Maria und Maria Magdalena meist nur passiv herum und starren, sehen weg oder gehen weiter. DSDJS liegt auf dem Boden, die Kamera filmt ihn von ganz unten zwischen den Füßen aufwärts, dabei hört man ihn stöhnen, wollüstig stöhnen. Nun stöhnt er die ganze Zeit, röchelt, röhrt, grunzt, verdreht die Augen, fliegt in Zeitlupe hin, ist inzwischen über und über rot und mit kleinen und großen Wunden bedeckt. DSDJS knallt aufs Gesicht (sie lassen nichts aus) man sieht jedes Detail. Wenn er nicht gegeißelt oder verhört wird, schlägt, bespuckt, beschimpft und beleidigt man ihn. Faustschläge hageln in sein Gesicht, Fußtritte, Stockschläge. Es gibt keine Pause, eine Brutalität nach der anderen, den ganzen Film durch. Die jüdische religiöse Führung und die römischen Besatzer mit ihren Soldaten werden eindeutig als Verursacher und Vollstrecker dieser Bestialität gegen einen so harmlosen, guten Mann ausgemacht.
Nun muss Jesus sein Kreuz, richtig massiv Holz, tragen. Bricht immer wieder zusammen, er klammert sich schließlich, um nicht umzufallen, am Kreuz fest, sodass der arme Simon das Kreuz und DSDJS schleppen muss und wirklich zu bedauern ist... Nun setzen sie ihm die Dornenkrone auf. Maria sieht allmählich etwas mitgenommen aus. Und Mel Gibson lässt wirklich nichts aus: Jeder Hammerschlag darf miterlebt werden, von Kopf bis Fuß, es ist eklig. Sie nageln und nageln den weiterhin stöhnenden und röchelnden DSDJS am Kreuz fest, schön langsam. Dann fällt ihnen ein, dass auch von hinten noch Nägel reinmüssen, sie drehen das bis dahin liegende Kreuz um und der arme DSDJS hängt nun mit seinem Gewicht an den Nägeln, klatscht mit Gesicht und Körper auf den steinigen Boden, das Kreuz knallt auf ihn drauf. Und schon geht´s weiter: er soll wieder umgedreht werden, wieder anders herum. Das Kreuz wird gedreht mit dem daran hängenden DSDJS, man sieht, wie das Körpergewicht ihn an den Nägeln hinunterreißt, den hängenden, röchelnden, an Händen und Füßen angenagelten DSDJS - und die ganze Zeit dieses Stöhnen, dieses irgendwie widerlich wollüstig klingende Stöhnen!
Mittlerweile sieht DSDJS wirklich gruselig aus, Gesicht aufgequollen, eine Auge zu, Blut und Speichel überall. Der DSDJS hat einen so harten Mund, mit dem Blut darin wirkt sein verzerrtes Gesicht fratzenhaft, hart. Inzwischen ist überall Blut, aber Maria hat nur etwas Blut am Mund bisher, das soll sich nun ändern: als sie DSDJS in die Seite stechen, schießt ein Schwall blutiges Wasser heraus und ergießt sich von oben bis unten auf die Schauspielerin Mutter Maria, die nun auch besser zum Filmgeschehen passt. DSDJS röchelt noch weinerlich: es ist vollbracht! und stirbt. Sie holen den armen blutigen Fleischklumpen runter und Maria hält ihn auf ihrem Schoß, eine Hand steif und fassungslos von sich gestreckt.
1 Minute vor Schluss: die Auferstehung: Die Grabkammer des DSDJS wird von Licht überflutet, DSDJS hat nicht eine Wunde mehr am Körper, Kamera (Nahaufnahme) geht auf seine Hand: ein Loch vom Nagel ist drin, dabei kann man noch eben seitlich den nackten Po von DSDJS bewundern. DSDJS steht auf und geht aus dem Bild. ENDE.
Fazit: Ich distanziere mich als Mitglied der evang. Kirche entschieden von diesem Werk und von allen christlichen Gruppierungen, die darin eine spirituelle Erweckungsmöglichkeit sehen!
Ich halte den Film für äußerst gefährlich und stelle ihn in seiner propagandistischen Ausrichtung auf eine Stufe wie z.B. den antisemitischen NS-Film: "Jud Süß". Auch wenn antisemitische Klischees nicht direkt in der Handlung nachweisbar sind (Mel Gibson ist sehr vorsichtig gewesen?), so bilden sie sich bei bestimmten Menschen während des Betrachtens der Bilder, denn hier wird in einer scheinbar geschichtlich und religiös korrekten Darstellung eine ganz gefährliche Botschaft transportiert. Simpel und einleuchtend, aber schwer zu entdecken, wie ein Suchbild. Und es ist die gleiche Botschaft, die in früheren Jahrhunderten Kreuzritter aufs Pferd gezogen hat, um sich mit dem Aufschrei: Rettet das Grab unseres lieben Heilandes im Heiligen Land! In den Krieg und Pogrome zu stürzen. Derselbe religiös-gefärbte Antisemitismus, der die christlichen Kirchen 2 Jahrtausende lang nach Blut lechzen ließ, nach jüdischem Blut. Hier wird er erzeugt durch gekonnte Fiktion in modernen Medien. Es gibt neben Jesus, seiner Mutter, Maria Magdalene, den Jüngern und dem dekadenten König Herodes drei Sorten von Akteuren: die bösen Juden, die sadistischen Soldaten und ein paar "gute, vernünftige Katholiken" wie Pilatus und seine Frau. Wie auch immer Mel Gibsons Glaubenswelt aussieht, sie muss, das verrät mir der Film, irgendwie sehr simpel sein. Ob die schwülstig sadistisch-
masochistischen Szenen und der unentwegt stöhnende Hauptdarsteller unbewusst etwas über seine sexuelle Ausrichtung aussagen, sei dahingestellt.
Und ich fürchte, nicht zuletzt deshalb wird dieser Film ein Renner in der gewaltbereiten islamistisch-fundamentalistischen Welt. Warum? Weil er alles an billigen Klischees mitliefert, was ein islamistischer gewaltbereiter Fundamentalist braucht: Blut fließt reichlich und bietet Identifikation mit der eigenen Geschichte von (erlebter oder eingeredeter) Unterdrückung, die als exzessiv grausam dargestellte jüdische Elite (Nahrung für Antizionismus und Antijudaismus) und die Grausamkeit der römischen Besatzer (USA-Besatzung im Irak etc.), die sich in den Köpfen zu einem Konglomerat aus den Schrecken der alten Kolonialherrschaft und modernem Anti-Amerikanismus verdichtet. Rache- und Kriegsgelüste vor allem gegen Juden und Israelis werden gestärkt, denn man wähnt sich nun auch noch als Leidensgenossen in gutem Einvernehmen mit der christlichen Welt., deren religiöser Führer auf so grausame Weise von eben genannten Prototypen umgebracht wurde... Jesus, eine Art Palästinenser? Wer weiß, er spricht ja im Film auch nicht das verhasste hebräisch, sondern aramäisch, das macht eine Identifikation leichter...
In der christlichen Welt scheiden sich allerdings die Geister. Die evangelikalen Christen vor allem in den USA meinen, auf der Leinwand tatsächlich Jesus zu sehen und vereinnahmen den Film kritiklos und begeistert als Evangelisationspropaganda, sie sind der Meinung, dass es sozusagen eine Art "göttlicher Beteiligung" an der Filmproduktion gibt. Im Gegensatz dazu distanzieren sich die die traditionellen Kirchen eher von diesem Machwerk (siehe unten: Hintergrundinformationen).
Durch die Nahaufnahmen, die getragene Hintergrundmusik und das gedämpfte Licht erzeugt der Film eine Atmosphäre von bedrängender Intimität. Der Betrachter wird aufgesogen von der Unmittelbarkeit der Ereignisse, es wird der Eindruck erweckt, man bekäme hier live ein richtig authentisches Dokument der Zeitgeschichte vorgeführt. Mel Gibson versteht es, den Zuschauer auf eine Art Zeitreise (sagt er selbst) mitzunehmen und lässt ihn – oh Wunder! - die demütigende, peinigende Folterung eines Gottes miterleben! Wer wollte da nicht dabei sein? (Ich z.B... ;-) Und eben dieses scheinbar objektive Miterleben ist es, was den Film zur glatten Blasphemie verkommen lässt: es gibt in Wirklichkeit keine Zeitzeugen, es gibt erst recht keine Schuldigen für Jesu Kreuzestod und es gibt in sämtlichen alten religiösen Dokumenten der Juden und Christen keine Abbildungen! Warum: Jeder Mensch soll und darf sich seine ganz persönliche Vorstellung von einem Schöpfer machen, kein vorgefertigtes Bild (kein Gemälde, keine Skulptur und auch kein Film) soll diese befreiende Möglichkeit einengen.
Hier nun tritt Mel Gibson, der erzreaktionäre Katholik, direkt gegen biblische Grundaussagen an: er missbraucht die Künste der modernen Filmtechnik, um den Zuschauer in eine irreführende Schein-Nähe zu den Akteuren zu versetzen. Aufdringlich überlagert sein Jesus-Bild die Möglichkeiten der eigenen Vorstellungs- und Empfindungskraft. Bereiche der Seele, die wir für eine ganz bestimmte und doch nicht genau definierbare Kraft freihalten sollten, werden von dem so authentisch scheinenden Film-Jesus zugekleistert. Und ich persönlich finde die Art und Weise, wie Gibson Jesus darstellt himmelschreiend abstoßend: ein unablässig stöhnender, röchelnder Mann, schwach in der Bedrängnis, weinerlich-schwülstig, pathetisch bis zum Abwinken. Jeder gefolterte Widerstandskämpfer in anderen Filmen war überzeugender als dieser schauspielernde Religionsbruder von Mel Gibson! Es kostet mich jedoch Mühe, sein Bild wieder loszuwerden!
Verfasser von schwülstigen Werken, die immer weiter und weiter auf ein Thema eindreschen, ohne es eigentlich künstlerisch verarbeiten zu können, mögen diese Art von Kunst. Ich bin froh, dass es auch wirklich begabte Künstler gibt, die befreiende und friedliebende Botschaften, pure Freude oder tiefen Schmerz auf eindrucksvolle Weise darstellen können, sodass der Betrachter bereichert wird im Sinne der für uns Menschen entscheidenden Botschaften der Liebe und Gerechtigkeit. Wenn jemandem wirklich an der künstlerischen Verarbeitung von religiös christlichen Themen liegt, dann sollte er unbedingt sein Gewissen prüfen und seine Motivation, vielleicht kommt er dann zu dem Schluss, die Finger davon zu lassen. Und an die Christen. Die den Film befürworten, ein Wort zum Schluß: Der Zweck heiligt nicht die Mittel!
B.E.
Barbara 30.3.04 13:50