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Dogville

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Lehrfilm mit Überlänge Dietmar Kesten 8.3.05 11:39
Lehrfilm mit Überlänge Dietmar Kesten 14.3.05 17:45

N.N. schrieb:

Die Eingewöhnung an Kulisse und Dialogführung
dauerte bei mir etwa eineinhalb Stunden, was nicht
weiter tragisch war, da der Film ja noch mal so
lange dauert: Den Rest der Zeit machte mir die Wut,
Arroganz und Scheinheiligkeit zu schaffen, die vom
tadellosen Ensemble wort- und geistreich
zugekleistert und überspielt wird.
Mein Problem ist , dass Lars von Trier sich über
den Off-Erzähler in einer Art und Weise einbringt,
die ihn letztlich mit den Bewohnern Dogvilles auf
eine Ebene bringt - er hat das letzte Wort und weiß
es am besten. Ein Thesenfilm, so gut er eben zu
machen ist, und sicherlich ein großes Thema bei
Philosophen- oder Theologenstammtischen, wo es
vielleicht das Unbehagen zu kaschieren gilt, man
könnte selbst mal in Dogville gewohnt haben, oder
erst frisch dorthin gezogen sein.


Lars von TRIER hat eine einfache Geschichte erzählt,
die einen hohen moralischen Stellenwert hat.
Ihm gelingt es, das Kino zu einem Raum der
Reflexion zu machen. In der Tat ist das ein Novum.
Seine, wenn man so will, philosophischen, ethischen
und sicherlich auch religiösen Reflexionen, sind
Hinweise auf die Thematiken über Schuld und
Sühne, Vergebung und Erlösung.
Sicherlich auch soziologische und philosophische
Reflexionen über den Sinn des Lebens, über
Schein und Sein, Realität und Fiktion.
Die Radikalität, mit der Lars von TRIER diese
Fragen anschneidet, lässt erkennen, wie ernst es
ihm um diese Fragen ist, die einmal mehr die
Warengesellschaft und die Warensubjekte in den
Mittelpunkt stellen. Wir kommen an der
Erörterung dieser Fragen nicht vorbei, wenn wir
es mit dem Leben ernst meinen.

Man kann die Form kritisieren, mit der Lars
von TRIER zu Werke geht.
Man kann die Statik von "Dogville" kritisieren.
Doch der Film vertraut auf die Imaginationskraft
des Zuschauers. Der Film vertraut darauf,
dass wir erkennen mögen, "was die Welt, im
Innersten zusammenhält".
So wird das Kino zum epischen Theater.
Endlich gibt es etwas anderes zu sehen.
Endlich gibt es keine Mechanik des
Erzählens mehr. Und endlich werden die
Sinnfragen gestellt. Der amerikanische Film
wird indes nie erwachsen.
Mit ihm erleben wir den alten Wirrwarr der
Gefühle. Und darüber stülpt sich das
Lallen der Betrofenheit.
Hier wird das Kino zu einer Frage der Moral.
Und die Fragen, die aufgeworfen werden,
sind die nach der Wahrhaftigkeit.
Aus dem Film spricht zu uns die Trauer und
Verzweifelung über das Leid in der Welt.
Wir sollten einen Augenblick anhalten und
verweilen.

Dietmar Kesten 8.3.05 11:39

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